Turmzimmer

26
Nov
2007

Purpur

Anrufe die mit : Ich muss ihnen leider mitteilen dass…..beginnen, können das Herz in Stücke reissen.
Und es wird am Ende ganz sorgfältig wieder zusammengesetzt, wenn sich herausstellt, dass der Vorfall nicht schwarz war, sondern nur purpurrot.
Und ganz vorsichtig fängt man wieder an zu atmen. Ganz bewusst einatmen und wieder ausatmen.
Das Leben ist zerbrechlich. Das Leben ist endlich. Und diese Erfahrung, nicht das Lesen darüber, lässt einen ganz dünnhäutig zurück.
Es ist ein grosser Unterschied, ob man als Krankenschwester mit Verletzten oder Todkranken zu tun hat, zu denen man eine emotionale Distanz aufbauen kann. Oder ob es ein Stück von sich selbst ist, dessen Leben purpurrot schwankt.

22
Nov
2007

Drei Wünsche

Von Mr. Rabbit kam das Stöckchen geflogen, mit der Aufgabe:
Nenne drei Wünsche zu Weihnachten, deine drei Leute, mit denen du Weihnachten feierst, und natürlich dreien, denen du ein besonders großes Geschenk machen wirst. Die Regeln: Nur Materielle Wünsche sind erlaubt.


3 Wünsche ?

Ein eigenes Labtop. Damit ich endlich Texte verfassen kann, wenn mir danach ist. Und nicht dann, wenn der Comp frei ist.
Noch mehr ausschliesslich materielle Wünsche ?
Ein Saxophon.
Und einen grossen Ohrensessel aus rotem Samt. Nur für mich alleine.



3 Menschen, mit denen ich Weihnachten feiere.

Weihnachten im christlichen Sinn wird bei uns nicht zelebriert. Ein Christbaum aber steht immer da, dieses Jahr wird jetzt schon darüber debattiert ob dieser :

-ganz in schwarz sein wird, mit ausschliesslich schwarzer Deko (Mitbewohnerin)
-einen Mercedesstern an der Spitze tragen wird (Mitbewohner 1)
-schon am ersten oder erst am zweiten Tag von der Katze attackiert wird (Mitbewohner 2)
-ob wir den Rimuss der letzten Jahre durch Bier oder RedBull ersetzen können (alle, ausser ich)

und…wer mit uns den Abend verbringen wird.

Mit dem Dreierpack werde ich feiern, und dem Eisbären. Das steht fest, alles andere ist noch offen.

3 Menschen, die von mir ein Weihnachtsgeschenk erhalten:
Die drei Mitbewohner und Eisbär und …wird nicht verraten .

7
Nov
2007

Viel zu tun ?

Wenig geschlafen, die Nacht damit verbracht, Seite um Seite zu schreiben. Frühmorgens dann in ein Bistro gegangen. Croissant gegessen und daran fast erstickt, weil mich ein spontaner Lachanfall beinahe zerriss. Zwei Ladys am Tisch neben mir, hübsch gestylt , etwa im gleichen Alter wie ich.

A: „Ich bin so müde heute. „
B: „Warum denn ? Die Hormone ?"
A.“Nein, nein“ Sie winkt ab. „Ich hatte gestern Waschtag“
B:“Oh je .“
A:“Ja. Immer wieder in die Waschküche runter, sehen dass das Programm der Maschine noch läuft, wieder hoch.Dann wieder runter. Die Wäsche aufhängen. Und das über zehn Mal !“

B nickt mitfühlend. Dann fragt sie, zwischen zwei Schlucken Kaffee:

„Aber. Ihr habt doch einen Lift im Haus. Ist der kaputt ?
A: „Nein. Er funktioniert tadellos. Vielleicht bin ich vom Lift fahren müde. Ich werde mich heute Nachmittag hinlegen."
B: „Ja. Tu das. Erhol dich“.

Und ich dachte, ich hätte viel zu tun und immer zu wenig Zeit. Zum Glück haben die beiden Ladys mir mit harten Fakten aufgezeigt, wie hart das wirkliche Leben da draussen ist.
fj7

31
Okt
2007

Verbrannte Träume

Vor vier Jahren verbrannte ich an Samhain die Hälfte meiner Kleider und Briefe, Fotos und Träume. Ich hatte eine Trennung vollzogen, die mich an allem zweifeln liess: Vor allem an mir selber. Äusserlich blieb ich tough, ich konnte mich nicht in die Erde einbuddeln und den Pflanzen beim Wachsen zusehen, es waren zu viele Menschen um mich herum, die auf mich angewiesen waren.
Da war keine Agression, keine Wut. Nur eine plötzliche Leere, tief und ultramarinblau. Der Horizont meines Lebens schrumpfte auf allerkleinsten Raum zusammen und war in schwarz/weiss gehalten, wie ein altes Foto.
War für Freunde nicht erreichbar, beantwortete keine sms/Mails und liess nur noch den Anrufbeantworter laufen. Ich funktionierte fremd gesteuert. Abends hörte ich die Songs rauf und runter, die uns damals verbanden und flutete den Raum mit Tränen. Wenn keine mehr da waren, schlief ich ein. Auf dem Sofa. Morgens erwachte ich mit einem brummenden Kopf und der Frage, warum ein zerstörtes Herz nicht einfach aufhört zu schlagen.

Die Folge einer zerbrochenen Liebe ist immer ein zertrümmertes Herz. Und meines, da war ich mir sicher, hing nur noch an kleinen Fäden zusammen. Ich malte wie besessen, ich schrieb Geschichten, die Leiden der jungen Werthers Lila, ass nichts mehr und wartete auf die Apocalypse. Ich weinte den ganzen Tag, wenn ich frei hatte. Weinte in die Spaghetti, die ich mittags für die Mitbewohner kochte und ins Katzenfutter. Weinte unter der Dusche und ins Fell des Hundes. Ich wundere mich heute, dass ich damals nicht ausgetrocknet bin.

Eines Tages wachte ich morgens auf und spürte die innere, noch winzige Distanz zur kaputten Liebe: Ich konnte mich nicht mehr erinnern wie er roch ! Sein Duft, einzigartig und mit soviel verbunden, war für mich nicht mehr erreichbar. Von diesem Tag an weinte ich weniger.
Jeder Tag stahl mir ein kleines Stück von ihm, liess etwas verblassen. Bis ich an Samhain alles in den Garten schleppte, was uns je verband, und hinten bei den Birnbäumen ein gewaltiges und befreiendes Feuer entfachte. Ich verbrannte ausgedruckte Mails, Jeans, Fotos, Bilder und unsere gemeinsame Zukunft.
Ob ich weinte ? Oh ja. Ich zerfloss förmlich. Aber diesmal war es anders: Weil es das letzte Mal war .

weggehen
...und ich ging...

22
Okt
2007

Monday

Ich lecke mir die Wunden, die mir der Abstimmungssonntag in die Seite schlug. Nach einem herbstlich warmen (innen drinn) Wochenende, ist mir nicht nach Montag.
Endlich kommen die Wahlplakate weg: kein schmieriges Lächeln mehr auf meinem Arbeitsweg .
Ich bin Pazifist. Definitiv.

9
Okt
2007

Che und die Revolution

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Sein Bild hing in meinem Zimmer, es war die Zeit der eingekreisten A und der Jugendbewegung. Wir wollten anders sein als unsere Eltern. Wir lasen das rote Buch von Karl Marx und debattierten nächtelang darüber, während der Qualm von selbstgedrehten Zigaretten uns umgab. Sid Vicious von den Sex Pistols war gerade gestorben und ich trug Punk. Unser Unwort war Bünzli….
Niemals wollten wir so werden.

Heute lese ich, dass Che Guevara heute seit 40 Jahren tot ist. Und ich frage mich, wie viel Revolution von damals noch in mir ist, und wie viel Bünzli.

Wir müssen stark werden, ohne je unsere Zärtlichkeit zu verlieren.
E.C.G.

10
Sep
2007

Wilde Motoren und zahme Männer

Milwaukee ist in Kärnten, für ein paar wilde Tage.
Petrus fährt eine Harley. Anders kann ich mir das Wetter während des Festivals nicht erklären: Warm und sonnig.
Während der Fahrt nach Faak war es winterlich kalt, auf dem Brenner schneite es und ich liess es widerwillig zu,
dass *er mir über all die Pulli und dem Leder noch das Regendress zog. Cool, so sexy fühlte ich mich schon lange nicht mehr.
Ein ähnliches Szenario auf dem Rückweg am Sonntag: Sonne bis auf den Hohentauern. Dort Schnee im Überfluss und ein grosser Andrang auf den Parkplätzen: Bikers schieben sich in Regenhüllen. Der Vergleich mit Kondomen lässt mich innerlich lachen.

Das Festival war eine knallbunte Herausforderung an alle Sinne. Glänzendes Chrom, laute Motoren (ich leide seither unter galoppierendem Tinnitus) , harten Kerle und schönen Ladys in engem Leder.
Eine farbige Mischung gutgelaunter Leute allen Alters. Die ältesten Biker mit langen Bärten liefen am Stock, wer nicht laufen konnte, wurde getragen: Der allerkleinste Nachwuchsbiker trägt noch Windeln und das passende HD Outfit. Keinem der 70'000 Motorrädern der Weg nach Kärnten zu weit… Ich sah Bikes aus Skandinaven, Schottland und aus Napoli.

Und um etwaigen Vorurteilen entgegen zu wirken: Ich sah keine losgelösten Schrauben liegen, die Fussrasten hielten und wem der Blinker im Andrang in der Gruppe abbrach, der schraubte ihn einfach wieder an. Et voila .
Und um den Anfragen gerecht zu werden, die mich via Mail erreichten: Die schönsten Harleybiker kommen definitv aus Italien.
Sie riechen allerdings nach Rasierwasser und nicht wild nach Motorenoel, schade eigentlich.
Ob ich nach der langen Fahrt noch sitzen kann ? Klar, kein Problem: Nächstes Jahr wieder. Die erste Septemberwoche, ganz klar.

*Der Beste aller


Was damals eine Harley sexy machte




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3
Sep
2007

Zwölf Sternschnuppen

Einer dieser Schlummertage, an denen ich mich frage, ob man sich an Koffein gewöhnen kann. So sehr, dass auch fünf Espressi den Kreislauf nicht ankurbeln.

Slash zupft an seiner Gitarre, hinter ihm eine weisse Kapelle und Axl singt. November Rain. September rain wäre passender.
Axl hätte was werden können, wären da nicht sein Hang zu Drogen gewesen.
Ein Mann zupft mir den Ohrstöpsel aus den Ohren, Axl ist weg und ich sehe Jeans und grosse, braune Augen. Er drückt mir eine Milchtüte in die Hand: Ist dir das runtergefallen ?
Ich nicke. Er stöpselt lächelnd mein Ohr wieder zu. Axl ist wieder da. Die Milchtüte auch.

An einem Meeting fast eingeschlafen. Wo ist mein Espresso ?
Befindlichkeitsrunde: Fast allen geht es gut. Obwohl ich weiss, dass es nicht so ist.
Was sind Worte die nichts aussagen ?

Am offenen Fenster stehen und sich in die Jacke wickeln. Es ist kalt.

Beim Versuch, eine grosse Birne in drei Bissen zu essen, fast ersticken.

Beschliesse, das Denken einzustellen.Temporär. Dafür die Musik lauter drehen.

Für heute Abend wünsche ich mir ein Dutzend Sternschnuppen.
Oder wenigstens fünf.



November Rain

27
Aug
2007

Montag ultramarin

Heute wollte ich sanft landen. Die Vibrationen vom freien WE nachklingen lassen.
Die Mädchen liefen barfuss und trugen kurze Röcke. Es roch nach Heu und nach Sonne.
Und es schmeckte nach wohltuenden Umarmungen und geteiltem Lachen.

Stattdessen fiel ich heute kopfüber ins Wasser. Ich glaube, ich mag Montage nicht, die von mir verlangen , dass ich mich vierteile um allem und allen gerecht zu werden.

10
Aug
2007

Vreneli und ich

Sie liebte ihn so sehr, dass er sterben musste. Damit ein Mythos entsteht, eine tragische Geschichte, die ihr Ende in einem Lied fand: Vreneli und ihr Hans-Joggeli, der mittellose Knecht, der nichts besass, ausser der himmlischen Liebe zu ebendiesem Vreneli.
Er, ein ganzer Kerl, legt sich mit seinem Rivalen an und glaubt ihn umgebracht zu haben. Er flieht in den Krieg und als er wieder zuhause im Tal ist, erfährt er, dass Vreneli aus Kummer gestorben ist.
Lila, die Drama Queen erster Güte, liebt dieses Lied. Lernte es in der Schule und kann es seither auswendig singen.
Weil ich die Töne nie treffe, sehe ich von einem exklusiven Gig hier im Blog ab. Die illustren Leser sind mir dankbar.
(Mr. Eicher, der den Song wieder aufleben liess, sah nach den ersten Proben mit mir von einem Duett ab. Was mich heute noch arg betrübt.)
So will ich denn….
Ha di no nie vergässe,
ha immer a di dänkt.
Es si numeh zweu Jahre,
dass mi han a di ghänkt.
Dört unden i der Tiefi,
da steit es Mülirad.
Das mahlet nüt as Liebi,
die Nacht und auch den Tag.
Das Mühlirad isch broche,
mys Lyde, das het en Änd.

…auf den Spuren Vrenelis wandern. Satt Karibik heimatliche Bergluft schnuppern.
Ich wäre dann mal weg ein paar Tage.
Aber jetzt singe ich.
Laut.
Selber schuld wer hinhört.
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Tausendundzwei Erzählungen

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Madame Lila - 30. Nov, 13:14
hab da noch ein passendes...
hab da noch ein passendes bild dazu gefunden... ;o) http://www.wildbits.de /wp-content/myfotos/artike lbilder2/ehe.png
heimlifeiss - 29. Nov, 14:37
genau, das ist das buch!...
genau, das ist das buch! - dann freue ich mich noch...
falki - 28. Nov, 19:04
Es ist anscheinend die...
Es ist anscheinend die Verfilung eines Buches von Jon...
acqua - 28. Nov, 13:09
genau meine währung...
genau meine währung film... danke für den...
falki - 28. Nov, 13:06
ich sollte wohl mal wieder...
ich sollte wohl mal wieder ins kino gehen - und die...
fata morgana - 28. Nov, 10:09
du kannst ja ins Welschland...
du kannst ja ins Welschland fahren, ist ja nicht weit...
theswiss - 28. Nov, 09:35
Zuerst der Film. Dann...
Zuerst der Film. Dann der Soundtrack. Maybe. (Wenn...
Madame Lila - 28. Nov, 07:16

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