Salon

30
Nov
2007

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22
Nov
2007

Liebe und Wahnsinn

Du fehlst mir.

Wie schön, wenn es denn so wäre: Ich bekomme nie Mails, die an jemand anderes adressiert sind. Manchmal ruft jemand an, der sich verwählt hat, aber die Mails finden immer den richtigen Weg. Bis heute:

Jemand sehnt sich da nach einer gemeinsamen Zeit zurück, die bestimmt nicht immer einfach war, die aus aber aus sich selber herauswuchs und dadurch an Tiefe gewann. Schreibt er. Doch, doch, es ist ein Mann: Ich habe ans Ende des Mails gescrollt, um zu sehen, ob ich den Absender kenne. Ich denke nach. Gehe in die Vergangenheit, trüb am Horizont. Aber nein, ich hatte nie eine
Beziehung zu jemandem mit diesem Namen. Zumindest erinnere ich mich nicht daran.
Die Küsse am Festival vorletzten Sommer, er erzählt davon, und wie sehr er sie liebte. Dann, wenn sie sich gegen seine Liebe sträubte. Jetzt sei da eine Leere, dort wo sie sein sollte: Diejenige, die ich nicht bin.
( Ausser ich hätte es vergessen. )
Wie die Reise mit meiner Mutter gewesen sei ? Ob es ihr gut gehe ?
Ich habe keine Mutter, an diesem Zeitpunkt bin ich mir sicher: Ich habe vorletztes Jahr an keinem Festival herumgeküsst und ich habe keine Leere hinterlassen, nicht beim Schreiber des Mails.
Er habe das Buch noch, aus dem sie einander vorgelesen haben. Zur Zeit trage er es ständig mit sich herum, er könne nicht anders.
Die tägliche Dosis Wahnsinn.
Ob ein wiedersehen möglich sei ? Fragt er. Wenigstens ein Telefonat, um sich gegenseitig die Gefühle darzulegen. Die vielleicht noch da sind. Vielleicht neue, gemeinsame Koordinaten setzen.

Spätestens bei diesen Zeilen seufze ich. Ich, die romantische Seele mit der ausgeprägten Fantasie und dem Hang zur Dramatik.
Wie soll sie ihn kontaktieren, wenn die Mail bei mir gelandet ist, in der Einbahnstrasse der Glasfaserkabel. Sackgasse.
Finito.
Und ich bin schuld, wenn er sein Leben lang sich nach einer verlorenen Liebe sehnt. Trage die Last, wenn zwei Menschen unglücklich sind, einander nie mehr finden.
Was, wenn er sich umbringt, weil er all seine Hoffnung in das Mail legte, jemals wieder mit seiner Liebe zusammen zu kommen ?

Alle jammern über Spam, die bekomme ich nicht, dank gutem Filter. Dafür die ganze Tragik einer unerfüllten Liebe.
Lieber Spam, glaube ich, als solche Mails.

Dann denke ich nach und schreibe ihm zurück. Damit er weiss, dass er sich in der Mailaddy geirrt hat.

19
Nov
2007

Fantastisch

Ich stehe am Fenster, die Kälte hat die Bäume kahl gemacht. Im Hintergrund läuft das Radio, plätschert nebenher in das Fühlen hinein. Setzt sich dort fest und hebt die Füsse vom Boden ab. Tanzend. Ich mag Reggae nicht, habe ich nie gemocht.
Jetzt passt es, absolut. Ich kann die Sonne fühlen, die irgendwo hinter den Wolken steckt.
Ich höre die Mitbewohnerin nicht, die plötzlich neben mir steht:

He. Wie bist denn du drauf ?

Hmm ? Gut. Tanz mit mir .

Du magst diese Art Sound nicht. Und….Wonach riecht es denn hier ?!

Hmm ? Salbei aufs Feuer gelegt. Warum ?

Du trägst verschieden farbige Socken und tanzt in der Küche rum, ist dir nicht gut ?

Mir geht es wunderbar. Absolut fantastisch.



socken

Gedankentage

Unerwartet über einen roten Teppich gehüpft, einmal hin und einmal (auf dem Rückweg) zurück.
Erst als ich mich umdrehte gesehen, dass hinter den verspiegelten Fenstern Menschen waren, die mir dabei zugesehen haben.

Mandarinenzeit. Leuchtende Farbtupfer in der Schale zwischen Äpfel und Birnen.
Feuerzeit. Holz ins Haus tragen, ich bin die Hüterin des Feuers.
Eiszeit. Nur draussen.
Musik hören. Eddie ist ein Ausnahmetalent. Gänsehautstimme.
Lesen. Keine Melancholie diesmal, sondern Humor.


War der Nikolaus ein Stiefelfetischist ?

Es gibt Dinge, die man nie verlernt.
Skifahren. Velofahren. Eislaufen. Schwimmen. Sex.

16
Nov
2007

Ferdinand und die Schneeflocke

Die morgendlichen Schritte zum Auto sind nicht mehr leise, sondern machen klick . Wenn Eis unter den Sohlen zerbricht.
Es ist definitiv kälter geworden: Morgen müssen wieder Spiigeli zum Anfeuern des Ofens gehackt werden.
Während ich mich in meinen Wintermantel kuschle, fangen die Menschen an alles weihnächtlich zu beleuchten und sich Gedanken darüber zu machen, welchen Weihnachtsmarkt sie dieses Jahr besuchen werden.
Mein persönliches Zeitempfinden ist beleidigt : Die einzigen Sterne die ich momentan sehen will, sind die am Firmament.

Gestern einem Mann zugehört, der mir von Ferdinand erzählte, seiner zahmen Krähe.
Hugin und Munin. Odins Rabenzauber. Die sieben Raben von Grimm. E.A. Poe’s the raven.
Und ich kann sie sehen, sie treffen sich jeden Abend in den Ästen des Nussbaumes, krächzen sich die Geschichten des Tages zu. Bevor sie in den Wald fliegen.

Auf die Schneeflocken warten, ich habe noch keine auf der Nasenspitze gehabt. Und mit offenem Mund keine einzige gefangen.
Sieben müssten es sein, mindestens.

Frozen

14
Nov
2007

Schnee

imschnee

...dem Winter ins Auge sehen.


schnee

12
Nov
2007

Blumige Sonntage

Das alte Haus zitterte, ächzte und stellte sich dem Wind entgegen. Die Fensterläden klapperten zu und auf und zu : Egal welche von ihnen ich mitten in der Nacht festmachte, andere rissen sich frei und klapperten mit.
Sonntagmorgen gerädert aufgewacht und, während andere im Haus selig ausschlafen konnten, mich auf den Weg zur Arbeit gemacht. Kalt, aussen und innen. Kein Mensch auf der Strasse, der Pompon im Geist flüstert mir Gemeinheiten zu und lässt mein Selbstmitleid anschwellen.
Mit unzufriedenen Gedanken und zerzausten Haaren ins Stationszimmer geschlurft: Es soll mich niemand ansprechen. Ich will nicht.
Weiblicher Frust kann sich ungemein brutal entladen und….

Warum steht da ein grosser Blumenstrauss ? Und warum ist da ein Brief, mit meinem Namen ?

Fleurop war da und hinterliess mir einen bunten Gruss in einen Sonntag, der anschliessend ein Lächeln in mein Gesicht brannte.
Ich liebe Überraschungen, und ich liebe Sonntage, die mir zuerst den Boden unter den Füssen wegreissen, um mir anschliessend einen roten Teppich zu Füssen zu legen.

5
Nov
2007

Where is my mind ?

Den Sonntag in einer Stadt verbracht, die ich kaum kenne. Und gespürt, wie sich Glücklichsein anfühlt, wenn man alle Schalen abwerfen kann. Das weiche Innere blosslegen kann, und trotzdem geliebt wird. Oder erst Recht. Die Erfahrung, sich selber sein zu können und erstaunt die Umarmungen geniessen. Ruhe und Akzeptanz.

Ab Abend vorher fight club angesehen. Das erste Mal. Nach jahrelanger innerer Ablehnung spüren, dass ich reif für den Film bin.
Die Essenz des Filmes berührte mich so tief, so dunkel und nahe, dass ich noch heute davon gefangen bin. Die Szenen der Gewalt erschrecken.
Im Inneren habe ich gewusst, dass mich den Film nicht loslassen würde. Darum die lange Weigerung ihn zu sehen.

Am Sonntag sich auf das Aufwachen freuen, auf das gemeinsame Wir.
Sich gemeinsam in der fremden Stadt eine traumhafte Wohnung ansehen. Ein geplanter Umzug. Nicht wir, sondern die Schwester.
Und die feige Angst in Worte fassen, die schon eine Weile um uns schwebt: Kann ich das ? Das du und das ich so ins WIR packen, dass die äussere Distanz durch gemeinsamen Raum vertieft wird ?
Der Entscheidung zusammenzuführen und der damit verbundenen Angst ins Gesicht sehen.

Ist Feigheit das Gegenteil von mutig ?

Pixies - where is my mind

2
Nov
2007

Böse Jungs

Ich hatte mich selber in diese Situation manövriert, konnte niemandem die Schuld geben, ausser mir selber.
Und ich wollte weg dort, subito, Flügel haben und wegfliegen aus diesem grausligen Moment heraus.

Ich bin ein Angsthase, habe ich das schon mal erwähnt ? Doch, doch. Ein Angsthase, der zudem zuviel Fantasie hat und in jedem Schatten mindestens einen apokalyptischen Angriff aufs eigene Leben sieht. Jedes nächtliche Geräusch zwingt mich unter die Decke, komplett, bis weit über den Kopf hinaus. Und….Aber darum geht es ja nicht:
Ich trug meinen Schal, der mit den Zotteln, um mich gewickelt und ich nahm die Abkürzung hinter der Häuserschlucht entlang. Keine Autos fuhren dort und die Möglichkeit, auf den paar hundert Meter jemandem zu begegnen war sehr gering.
Ich hatte mir gerade in einer kleinen Bücherei ein Buch gekauft und war demzufolge selig. Freute mich auf das Lesen zuhause und….

Da kamen sie mir entgegen, die apokalyptischen Reiter: Kerle, die ihre Jeans in den Kniekehlen trugen, Mützen auf dem Kopf und wattierte Jacken. Sie rempelten sich gegenseitig an, fluchten laut ihre Machosprüche und waren siebenmal in der Mehrzahl.
Cool und easy, hoffte ich zumindest, zwängte ich mich an ihnen vorbei. Spürte ihre Blicke in meinem Rücken und plötzlich hörte ich gar nichts mehr. Was war passiert ? Standen sie hinter mir und verständigten sich mit Handzeichen, wie sie mich meiner Tasche oder meines Lebens berauben können ? Panik. Cool bleiben. Gaaaanz ruhig Lila.

-He. Sie da…Hallo !?

Rief einer. Laut. Sie hatten mich entdeckt und zur Zielscheibe gemacht. Shit !
Ich lief weiter, wenn ich so tue, als wäre ich taub, würde sich die Situation selber auflösen. Oder ?

-Warten sie !

Ich hörte das tscchh von Turnschuhen auf dem Asphalt. In schneller Bewegung. Dem Feind niemals den Rücken zukehren, niemals.
Der Gefahr ins Auge sehen erforderte, dass ich mich umdrehte: Sie standen zwanzig Meter von mir weg. Alle Blicke zu mir. Einer war schnellen Schrittes zu mir unterwegs. Bei mir angekommen, hielt er mir seine geschlossene Faust ins Gesicht.
Toll. Mir stand grauenhaftes bevor. Ich wusste es, schlimmes würde folgen. Schreien. Würde mich jemand hören ?

-Schauen sie. Sie haben da einen Zottel verloren…

Er öffnete die Hand: Einer der kleinen Zottel von meinem Schal hatte die Flucht ergriffen. Er brachte ihn mir zurück.

-Oh. Danke .
Sagte ich.
-Schon okay.
Er lächelte. Lief zu den anderen und sie nahmen ihre Rempeleien wieder auf.

Ich blieb noch ein paar Sekunden stehen: Natürlich war mir von Anfang an klar, dass das nette Jungs sind. Angst hatte ich nie.
Ich meine, das sieht man. Dass die ganz nett sind. Finde ich.



Element of crime: Sperr mich ein.


pompon

29
Okt
2007

Der Schal

Webschal ? Musste das Wort ein paar Mal lesen, bis ich verstand, dass dieses Web- von Weben kommt. Und von nichts anderem. Den Schal trotzdem gekauft: Weil ich mich bei Kälte gerne einwickle. Wie eine Zwiebel.

Am Sonntag den freien Morgen dazu auserkoren, viel zu früh zu erwachen. Die innere Uhr war noch im nicht stattgefundenen Sommer drin. Dafür bis fast mittags mit ursus polaris küssend im Bett verbracht. Vertrödelt. Sinn-voll. Irgendwann in einen warmen Pulli geschlüpft und mit den Mitbewohnern ein langes FrühSpätstück gegessen. Mit einer grossen Tasse Kaffee einen Text für die Zeitung verfasst und anschliessend zum Interviewtermin gefahren. Sonntag ? Bei spätsommerlichem Wetter den Schal mich umschlingen lassen, ich muss neue Dinge immer sofort tragen. Egal was es ist, alles andere wäre falsch und würde mich unglücklich machen.
Dafür wie ein Eisbär in meinen Armen (Wortspiel. Versteht wohl niemand. ) fast geschmolzen und geschwitzt.
Hauptsache Schal und ich waren zusammen beim Termin.
Spannend wars. Einblicke in fremde Leben, darüber schreiben und die Freiheit geniessen, es für Leser mit meinen Augen zu erzählen.

Das Licht heute Morgen dazu genutzt, mit Phoenix zu flirten. Noch immer seine Spuren an meinen Armen: Weisse Farbe und silberne Tupfen.Und ein paar rote Striche.
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Tausendundzwei Erzählungen

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Madame Lila - 30. Nov, 13:14
hab da noch ein passendes...
hab da noch ein passendes bild dazu gefunden... ;o) http://www.wildbits.de /wp-content/myfotos/artike lbilder2/ehe.png
heimlifeiss - 29. Nov, 14:37
genau, das ist das buch!...
genau, das ist das buch! - dann freue ich mich noch...
falki - 28. Nov, 19:04
Es ist anscheinend die...
Es ist anscheinend die Verfilung eines Buches von Jon...
acqua - 28. Nov, 13:09
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genau meine währung film... danke für den...
falki - 28. Nov, 13:06
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ich sollte wohl mal wieder ins kino gehen - und die...
fata morgana - 28. Nov, 10:09
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du kannst ja ins Welschland fahren, ist ja nicht weit...
theswiss - 28. Nov, 09:35
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Zuerst der Film. Dann der Soundtrack. Maybe. (Wenn...
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