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16
Okt
2007

SchreibenSchreibenSchreiben

Ein Freund steht oft nachts auf und schreibt.
Kritzelt sich Notizen in ein Heft, dass immer zu diesem Zweck bereit steht, und legt sich danach wieder schlafen. Seine Inspirationen überkommen ihn nachts im Schlaf.

Bei mir ist das anders: Ich habe mir angewöhnt dann zu schreiben, wenn es im Haus ruhig ist. Das ist oft am Morgen früh so, wenn die Mitbewohner noch schlafen, oder schon in der Schule sind. Und ich selber frei habe. Im Winter öfter, weil ich die Sommer draussen verbringe. (Jene Sommer, die noch welche sind.)
Je nachdem woran ich schreibe, liegen Gegenstände um die Tastatur herum, die andere wohl etwas befremden würden. Mich aber Inspirieren und mir helfen, beim Thema zu bleiben. Den Faden zu behalten. Und immer eine Tasse Tee, im Sommer ein Glas Wasser.
Den trinke ich, wenn ich mich in der Geschichte verheddert habe, die Spannung mich zwingt einen Moment durchzuatmen oder ich das passende Wort nicht finde. Dann geht mein Blick rastlos im Zimmer umher, findet sich am Fenster wieder. Fokussiert die Bäume draussen und wird ruhiger. Unzählige kleine Gewohnheiten eben. Wenn ich das Gefühl habe einen Text total in den Sand gesetzt zu haben und ihn instinktiv wütend löschen will, ziehe ich das Band aus den Haaren, dass sie zusammenhält und schüttle sie durch. Und damit meine Gedanken. Binde sie neu zusammen und habe so die innere Ordnung wieder hergestellt, die mir hilft, die Korrekturen am Text zu machen.

Einen Lieblingsmonat um zu Schreiben habe ich nicht.
Ausser den November : Den liebe ich und der bietet sich förmlich an, um sich in Buchstaben zu wälzen.
50'000 Buchstaben in nur einem Monat ? Einen ganzen Roman ? Aber sicher: Novemberschreiben.

18
Sep
2007

Kinoabend

Prete moi ta main...ansehen, wer witzige Dialoge mag und einfach mal im Kinosessel easy über Männer lachen will. Und über Frauen.Und die Beziehung zueinander.
Der Film wird im letzten Drittel etwas flach und die Slapstick geht zugunsten der Romantik etwas zugrunde.
Ich habe mich dennoch gut amüsiert.

26
Jul
2007

Gordon

Die Geschichte einer obsessiven Liebe um Macht und subtiler Manipulation, Gewalt und Selbstverlust. Schnörkellos und mit dem Schwerpunkt auf Dialogen.
Das Thema Gretchen und Mephisto, abstossend und dennoch faszinierend umgesetzt,
Zuerst verboten und dann irgendwann freigegeben. Ein Klassiker der erotischen Literatur, zu klug um vulgär zu sein.

5
Apr
2007

Der dekadente Mörder

(…)Ich hätte ihnen gerne begreiflich gemacht, dass ich L. , als ich sie erwürgte, den einzig echten Tod erspart habe, nämlich das Vergessen werden.
Sie halten mich für einen Mörder, obwohl ich einer der überaus wenigen Menschen bin, die noch niemand getötet haben. Schauen sie sich um, und schauen sie sich selbst an: Es wimmelt von Mördern, das heisst von Menschen, die sich erlauben, diejenigen, die sie angeblich mal geliebt haben, zu vergessen.
Jemanden vergessen: Haben sie schon einmal bedacht, was das bedeutet ?
Vergessen ist ein gewaltiges Meer, auf dem nur ein einziges Schiff fährt, die Erinnerung.
Für die ungeheure Mehrzahl der Menschen ist dieses Schiff nur ein elender Kahn (..)

Die Reinheit des Mörders.
Schwer verdaulich wie ein opulentes Mahl. Boshafte, zynische und philosphische Rhetorik.

6
Feb
2007

Das versunkene Dorf.

Wenn Nixen Angst verbreiten und ein Dorf untergeht, wenn ein Psychiater seine Sinne verliert und dem kollektiven Wahn der Vergangenheit verfällt...Dann handelt es sich um Marmorera. Düstere Geschichte. Beklemmend. Subtiler Psychothriller .

28
Jan
2007

Unsterblich sein

Neben dem Lieblingsmenschen sitzen und über bayrische Satire lachen . Erfahren dass Musiker, Gitaristen im besonderen, unsterblich sind, dass Katzen selten mehr als sieben Leben haben und dass man einer Frau nicht in die Ohren beissen darf, wenn man mit ihr schlafen will. Letzteres ahnte ich schon, ich würde mein Ohrläppchen nie dafür hergeben.
Ich hatte einen deftigen Film mit plumpen EisbeinundSauerkraut Witz erwartert und wurde getäuscht:
Ein Film voll sinnlichem Witz, farbig und berührend. Geht ins Herz und an die Lachmuskeln.


filmplakat

12
Jan
2007

Popcorn im Bauch

Spätestens als ich bei der Besprechung in der Redaktion mein Moleskine aus der Tasche zog um meine Notizen darin zu schreiben, wusste ich : Juuuppieee. Ich kann das. Und Juupppieee, andere glauben das auch und ich bekomme die Chance.
Zwei Themen, die ich vorschlug, wurden angenommen und gehen an mich.
Ich fuhr anschliessend, mit Popcorn im Bauch, das wie kleine Sputniks Purzelbäume schlug, heim. Lachte vor mich hin und spürte das Glück als wattige Wolken um mich herum.

Jemand Lust auf ein Glas Champagner ?

9
Jan
2007

Der alltägliche Wahnsinn

Eros hielt mich wach, blätternd suchte ich Antworten nach seiner unerfüllten Liebe. Während irgendwo im Haus ein loser Fensterladen vom Wind getrieben an die Wand klappte. Unregelmässig. Ich war viel zu faul um danach zu suchen und es dingfest zu machen.
Auf einem post-it neben dem Bildschirm klebt eine Ankündigung: 15'000 Zeichen, inkl. Leerzeichen. Und darunter die grosse, rot markierte Warnung: HEUTE.
Heute wäre jetzt und ich lasse mich ablenken, während ich im Netz Recherche zum Text mache. Eine sms wirft mich aus dem Konzept, eine Katze streicht um meine Beine und im Radio spielt Nickelback. So geht das nicht, ein zweiter Kaffee muss her, die ganz grosse Tasse. Mit meinen Notizen im Moleskine bewaffnet und flüchtenden Gedanken schlurfe ich erneut, zielgerichtet, zur Tastatur: Die Shortstory muss HEUTE (knallrot markiert, noch immer) noch raus.
Ein neuer Anruf lenkt mich ab: Willst du mit mir nach Siena ?
Ich will !
Ich zerknülle das post it und treffe beim Wurf den Abfalleimer nicht, ich treffe nie.
Bei google finde ich Thallium, wird ein quälender Tod für den Protagonisten meiner Geschichte sein, aber das soll so sein.
Ich schreibe zehn neue Merkzettel: 15'000 Zeichen, inkl. Leerzeichen. HEUTE. Und verteile sie an strategisch wichtigen Punkten im Haus . An Kühlschrank, auf dem Radio, dem Bildschirm, dem Spiegel, klebe einen auf meine Boots…Der Hund weigert sich mit einem Zettel auf dem Rücken herum zu laufen, also verwerfe ich diese an sich gute Idee und klebe den nächsten Zettel auf meine Stirn. Vielleicht hilft das.
Guten Morgen Welt.

moleskine

8
Jan
2007

Literatur

Die Literaturlandkarte für Einblicke und Ausblicke und die Lust auf noch mehr. Lesen.
Zur Zeit derart von Helmut Krausser fasziniert, dass ich dort auf der Suche nach ähnlich Schreibenden war. Für den Tag, an welchem ich mit seinen literarischen Ergüssen fertig bin. Ich lese schneller als Autor schreibt.

28
Dez
2006

Der Mord den ich nicht auflöste

Ich habe sie alle drei geliebt, zur gleichen Zeit. Ohne unmoralisch oder verwerflich zu sein. Ich studierte ihre Charaktere und fand in jedem von ihnen etwas, was auch in mir schlummerte. Justus der Kluge, dessen Eltern verstarben und der bei seinem Onkel aufwuchs. Bob, der seine Nase wie ich stets in Bücher steckte und der für sein Leben gern in der Bücherei Antworten auf die grossen Fragen des Seins suchte. Und Peter, ein Schönling. Extrem cool und sportlich.
Mein erster Gedanke, wenn ich morgens aus meinen pubertären Nachträumen erwachte, galt ihnen drei . Und der letzte abends, nach dem Zähneputzen und vor dem schliessen der Augen auch. Es war die Faszination pur. Ich war dabei wenn die drei ??? Einbrecher jagten, einem Schlossgespenst den Garaus machten oder dem Rätsel einer Entführung arbeiteten.
Kaum hatte ich ein Buch gelesen, fuhr ich mit dem Rad zur Bücherei im Dorf und versorgte mich mit dem nächsten Band.
Bis ich sie durch hatte.
Eine Leere folgte: Ein Leben ohne, Bob, Justus und Peter schien unmöglich. Ganz und gar. Ich litt und unter einer postliterarischen Depression. Während meine Freundinnen sich mit Federica de cesco vergnügten, befand ich mich in einem Vakuum.
Bis ich eines Tages Downshire entdeckte, ein kleines Dorf und eine ziemlich alte, verschrumpelte Lady die genauso gekonnt Verbrechern auf der Spur war. Sechzehn Morde klärte sie auf, ich stand ihr tatkräftig, wenn auch still, zur Seite. Miss Marple und ich.
Hinzu kamen schlussendlich Dr. Watson und Holmes und Hercule Poirot. Und dann der Doppelmord in der rue morgue von E.A Poe:
Meine drei Detektivjungs waren vergessen.

Ich steckte meine Nase in ein neues Genre und wartete darauf, dass in unserem Dorf endlich ein Mord passierte. Ein Banküberfall oder wenigstens ein Betrug den ich, jetzt dank Büchern überaus kompetent, auflösen konnte.
Und damit den, verdienten, Respekt meiner Mitschüler und eines Jungen, der mich leider nicht beachtete.
Ich warte noch heute, auf die Anerkennung als grosse Meisterdetektivin . Sehr schade. Wirklich.
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Madame Lila - 30. Nov, 13:14
hab da noch ein passendes...
hab da noch ein passendes bild dazu gefunden... ;o) http://www.wildbits.de /wp-content/myfotos/artike lbilder2/ehe.png
heimlifeiss - 29. Nov, 14:37
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genau, das ist das buch! - dann freue ich mich noch...
falki - 28. Nov, 19:04
Es ist anscheinend die...
Es ist anscheinend die Verfilung eines Buches von Jon...
acqua - 28. Nov, 13:09
genau meine währung...
genau meine währung film... danke für den...
falki - 28. Nov, 13:06
ich sollte wohl mal wieder...
ich sollte wohl mal wieder ins kino gehen - und die...
fata morgana - 28. Nov, 10:09
du kannst ja ins Welschland...
du kannst ja ins Welschland fahren, ist ja nicht weit...
theswiss - 28. Nov, 09:35
Zuerst der Film. Dann...
Zuerst der Film. Dann der Soundtrack. Maybe. (Wenn...
Madame Lila - 28. Nov, 07:16

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