Liebe und Wahnsinn
Du fehlst mir.
Wie schön, wenn es denn so wäre: Ich bekomme nie Mails, die an jemand anderes adressiert sind. Manchmal ruft jemand an, der sich verwählt hat, aber die Mails finden immer den richtigen Weg. Bis heute:
Jemand sehnt sich da nach einer gemeinsamen Zeit zurück, die bestimmt nicht immer einfach war, die aus aber aus sich selber herauswuchs und dadurch an Tiefe gewann. Schreibt er. Doch, doch, es ist ein Mann: Ich habe ans Ende des Mails gescrollt, um zu sehen, ob ich den Absender kenne. Ich denke nach. Gehe in die Vergangenheit, trüb am Horizont. Aber nein, ich hatte nie eine
Beziehung zu jemandem mit diesem Namen. Zumindest erinnere ich mich nicht daran.
Die Küsse am Festival vorletzten Sommer, er erzählt davon, und wie sehr er sie liebte. Dann, wenn sie sich gegen seine Liebe sträubte. Jetzt sei da eine Leere, dort wo sie sein sollte: Diejenige, die ich nicht bin.
( Ausser ich hätte es vergessen. )
Wie die Reise mit meiner Mutter gewesen sei ? Ob es ihr gut gehe ?
Ich habe keine Mutter, an diesem Zeitpunkt bin ich mir sicher: Ich habe vorletztes Jahr an keinem Festival herumgeküsst und ich habe keine Leere hinterlassen, nicht beim Schreiber des Mails.
Er habe das Buch noch, aus dem sie einander vorgelesen haben. Zur Zeit trage er es ständig mit sich herum, er könne nicht anders.
Die tägliche Dosis Wahnsinn.
Ob ein wiedersehen möglich sei ? Fragt er. Wenigstens ein Telefonat, um sich gegenseitig die Gefühle darzulegen. Die vielleicht noch da sind. Vielleicht neue, gemeinsame Koordinaten setzen.
Spätestens bei diesen Zeilen seufze ich. Ich, die romantische Seele mit der ausgeprägten Fantasie und dem Hang zur Dramatik.
Wie soll sie ihn kontaktieren, wenn die Mail bei mir gelandet ist, in der Einbahnstrasse der Glasfaserkabel. Sackgasse.
Finito.
Und ich bin schuld, wenn er sein Leben lang sich nach einer verlorenen Liebe sehnt. Trage die Last, wenn zwei Menschen unglücklich sind, einander nie mehr finden.
Was, wenn er sich umbringt, weil er all seine Hoffnung in das Mail legte, jemals wieder mit seiner Liebe zusammen zu kommen ?
Alle jammern über Spam, die bekomme ich nicht, dank gutem Filter. Dafür die ganze Tragik einer unerfüllten Liebe.
Lieber Spam, glaube ich, als solche Mails.
Dann denke ich nach und schreibe ihm zurück. Damit er weiss, dass er sich in der Mailaddy geirrt hat.
Wie schön, wenn es denn so wäre: Ich bekomme nie Mails, die an jemand anderes adressiert sind. Manchmal ruft jemand an, der sich verwählt hat, aber die Mails finden immer den richtigen Weg. Bis heute:
Jemand sehnt sich da nach einer gemeinsamen Zeit zurück, die bestimmt nicht immer einfach war, die aus aber aus sich selber herauswuchs und dadurch an Tiefe gewann. Schreibt er. Doch, doch, es ist ein Mann: Ich habe ans Ende des Mails gescrollt, um zu sehen, ob ich den Absender kenne. Ich denke nach. Gehe in die Vergangenheit, trüb am Horizont. Aber nein, ich hatte nie eine
Beziehung zu jemandem mit diesem Namen. Zumindest erinnere ich mich nicht daran.
Die Küsse am Festival vorletzten Sommer, er erzählt davon, und wie sehr er sie liebte. Dann, wenn sie sich gegen seine Liebe sträubte. Jetzt sei da eine Leere, dort wo sie sein sollte: Diejenige, die ich nicht bin.
( Ausser ich hätte es vergessen. )
Wie die Reise mit meiner Mutter gewesen sei ? Ob es ihr gut gehe ?
Ich habe keine Mutter, an diesem Zeitpunkt bin ich mir sicher: Ich habe vorletztes Jahr an keinem Festival herumgeküsst und ich habe keine Leere hinterlassen, nicht beim Schreiber des Mails.
Er habe das Buch noch, aus dem sie einander vorgelesen haben. Zur Zeit trage er es ständig mit sich herum, er könne nicht anders.
Die tägliche Dosis Wahnsinn.
Ob ein wiedersehen möglich sei ? Fragt er. Wenigstens ein Telefonat, um sich gegenseitig die Gefühle darzulegen. Die vielleicht noch da sind. Vielleicht neue, gemeinsame Koordinaten setzen.
Spätestens bei diesen Zeilen seufze ich. Ich, die romantische Seele mit der ausgeprägten Fantasie und dem Hang zur Dramatik.
Wie soll sie ihn kontaktieren, wenn die Mail bei mir gelandet ist, in der Einbahnstrasse der Glasfaserkabel. Sackgasse.
Finito.
Und ich bin schuld, wenn er sein Leben lang sich nach einer verlorenen Liebe sehnt. Trage die Last, wenn zwei Menschen unglücklich sind, einander nie mehr finden.
Was, wenn er sich umbringt, weil er all seine Hoffnung in das Mail legte, jemals wieder mit seiner Liebe zusammen zu kommen ?
Alle jammern über Spam, die bekomme ich nicht, dank gutem Filter. Dafür die ganze Tragik einer unerfüllten Liebe.
Lieber Spam, glaube ich, als solche Mails.
Dann denke ich nach und schreibe ihm zurück. Damit er weiss, dass er sich in der Mailaddy geirrt hat.
Madame Lila - 22. Nov, 13:05


