16
Feb
2007

Der junge Liebhaber

Sie sitzt vor mir auf dem Rand ihres Bettes. Zierlich, klein und zerbrechlich wirkt sie.
Streicht ihr Kleid von Falten glatt, die ich nicht sehe. Ihr Brille ist auf die Nasenspitze gerutscht, sie schiebt sie hoch. Ihre Strümpfe haben eine Laufmasche.
In ihrem Zimmer riecht es nach Lindenblütentee und die Sonne setzt Lichtpunkte auf die Fotos an der Wand.

-„Der Frühling kommt“, sage ich und ziehe ihre Schnürsenkel fest.

Sie nickt und rutscht mit den Schuhen hin und her, um zu prüfen ob der Schuh fest genug sitzt.
Ich frage sie, ob sie den Frühling spüre. Weil ich weiss, dass sie Blumen liebt und gerne an der Sonne spaziert.

-„Der Frühling. Ja. Ich spüre ihn. Vielleicht sollte ich mir einen jungen Liebhaber suchen. „

Sie sagt das mit einem Augenzwinkern, so, als würde sie mir ein Geheimnis verraten.
Ich gebe ihr den Stock, ohne den sie das Zimmer nicht verlässt .
Einen jungen Liebhaber ? Ich tue so als wäre ich entrüstet :

-„Wie jung müsste er denn sein, damit er als junger Liebhaber durchgeht ? „

Sie denkt eine Weile nach, zählt leise und nimmt ihre Finger zur Unterstützung.
Ich setze mich neben sie und ich warte. Denke an nichts, ausser an Lindenblüten, weil der Duft mich an Sommer erinnert.

-„Nun…Ich denke er müsste zwischen 60 und 69 sein, das wäre jung genug für mich. „

Sie lacht mit mir mit, kichernd und haltlos sitzen wir nebeneinander und lachen darüber.
Ich mache ihr ein paar Vorschläge, wie sie zu ihrem ‚jungen’ Lover kommen könnte.
Schlage eine Annonce vor, oder dass sie an einen Tanzabend geht und einen von den rüstigen Rentnern verführt. Wir lachen noch mehr.
Schliesslich geht sie frühstücken, ich sehe wie sie lächelnd zum Lift spaziert.
Von hinten sieht man ihr das Alter nicht an, sie geht kaum gebückt.

Von hinten….sieht man nicht, dass sie in fünf Jahren hundert Jahre alt wird.

Zahnlos

snickers

Ich sass an meiner Staffelei und war konzentriert damit beschäftig, meine Gedanken in Farbe zu verewigen. Neben den Farbtuben lag ein Snickers, ich kann Schokolade niemals wiederstehen. Liegt in meinen Genen. Also biss ich rein. Heftig, weil Lustvoll.
Da begann der Albtraum: Alle vorderen Zähne fielen mir aus. Einer nach dem anderen, während ich entsetzt auf die Zähne in meiner Hand starrte, kroch die Panik hoch.

Heute morgen rannte ich als erstes zum Spiegel: Sie sind noch drin.
Ich hasse meine Träume, definitv. Dieser hat mir meinen Tag verdorben, bevor er begann.
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Tausendundzwei Erzählungen

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Madame Lila - 30. Nov, 13:14
hab da noch ein passendes...
hab da noch ein passendes bild dazu gefunden... ;o) http://www.wildbits.de /wp-content/myfotos/artike lbilder2/ehe.png
heimlifeiss - 29. Nov, 14:37
genau, das ist das buch!...
genau, das ist das buch! - dann freue ich mich noch...
falki - 28. Nov, 19:04
Es ist anscheinend die...
Es ist anscheinend die Verfilung eines Buches von Jon...
acqua - 28. Nov, 13:09
genau meine währung...
genau meine währung film... danke für den...
falki - 28. Nov, 13:06
ich sollte wohl mal wieder...
ich sollte wohl mal wieder ins kino gehen - und die...
fata morgana - 28. Nov, 10:09
du kannst ja ins Welschland...
du kannst ja ins Welschland fahren, ist ja nicht weit...
theswiss - 28. Nov, 09:35
Zuerst der Film. Dann...
Zuerst der Film. Dann der Soundtrack. Maybe. (Wenn...
Madame Lila - 28. Nov, 07:16

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