Zwei Tage Ultimatum

„Was für Sport treiben sie regelmässig Madame Lila ?“
Aha, ich wusste dass diese Frage kommen würde. Mein Gegenüber, sportlich in verwaschenen Jeans (solche die used gekauft werden und nur so aussehen, als hätten sie hundertmal in der Waschtrommel mit den Socken getanzt) und einem Tshirt.
Sport. Ich ? Mein Terminkalender ist voll, mein Engagement gross in vielen Bereichen und in Hallen bekomme ich Klausstrophobie.
Aussedem habe ich seit den 80ern eine Neurose was synchrone Bewegungen angeht.
Trotz allem nicke ich:“ Yoga.“
Ich warte darauf dass er sich darüber freut, Yoga ist auch Sport. Nicht gerade eine Ausdauersportart, aber Sport, so gesehen, ist es doch. Body and mind. Finde ich.
Er habe da an was anderes gedacht, sagt er und macht ein paar Vorschläge : Ob ich Skifahre ?
Nein, seitdem ich in Gstaad nicht sehr kapriziös über einen Hügel segelte und mir dabei die Bänder riss, nicht mehr.
Joggen ? Das letzte Mal vor fünf Jahren. Schwimmen ? Nur im Sommer im See. Radfahren ? Ja, sicher . Ab und zu, wenn es über 20° warm ist und die Sonne scheint . Krafttraining und Ausdauer ? Nein, so gesehen nicht. Gebe ich zu.
Aber ich habe einen Hund ! Das ist Sport, oder ?
Er lacht, ich wusste das würde ihn freuen.
Als ich gehe hält er mir die Türe auf, legt mir seine wunderbaren Hände auf die Schulter und sagt zu mir:
„Madame Lila. Wir sehen uns am Donnerstag. Sie haben zwei Tage Zeit um sich eine Sportart auszudenken.“
Folter! Menschenschinder! Sadist !
Aber er tut mir gut.
Madame Lila - 6. Feb, 19:35


