28
Dez
2006

Der Mord den ich nicht auflöste

Ich habe sie alle drei geliebt, zur gleichen Zeit. Ohne unmoralisch oder verwerflich zu sein. Ich studierte ihre Charaktere und fand in jedem von ihnen etwas, was auch in mir schlummerte. Justus der Kluge, dessen Eltern verstarben und der bei seinem Onkel aufwuchs. Bob, der seine Nase wie ich stets in Bücher steckte und der für sein Leben gern in der Bücherei Antworten auf die grossen Fragen des Seins suchte. Und Peter, ein Schönling. Extrem cool und sportlich.
Mein erster Gedanke, wenn ich morgens aus meinen pubertären Nachträumen erwachte, galt ihnen drei . Und der letzte abends, nach dem Zähneputzen und vor dem schliessen der Augen auch. Es war die Faszination pur. Ich war dabei wenn die drei ??? Einbrecher jagten, einem Schlossgespenst den Garaus machten oder dem Rätsel einer Entführung arbeiteten.
Kaum hatte ich ein Buch gelesen, fuhr ich mit dem Rad zur Bücherei im Dorf und versorgte mich mit dem nächsten Band.
Bis ich sie durch hatte.
Eine Leere folgte: Ein Leben ohne, Bob, Justus und Peter schien unmöglich. Ganz und gar. Ich litt und unter einer postliterarischen Depression. Während meine Freundinnen sich mit Federica de cesco vergnügten, befand ich mich in einem Vakuum.
Bis ich eines Tages Downshire entdeckte, ein kleines Dorf und eine ziemlich alte, verschrumpelte Lady die genauso gekonnt Verbrechern auf der Spur war. Sechzehn Morde klärte sie auf, ich stand ihr tatkräftig, wenn auch still, zur Seite. Miss Marple und ich.
Hinzu kamen schlussendlich Dr. Watson und Holmes und Hercule Poirot. Und dann der Doppelmord in der rue morgue von E.A Poe:
Meine drei Detektivjungs waren vergessen.

Ich steckte meine Nase in ein neues Genre und wartete darauf, dass in unserem Dorf endlich ein Mord passierte. Ein Banküberfall oder wenigstens ein Betrug den ich, jetzt dank Büchern überaus kompetent, auflösen konnte.
Und damit den, verdienten, Respekt meiner Mitschüler und eines Jungen, der mich leider nicht beachtete.
Ich warte noch heute, auf die Anerkennung als grosse Meisterdetektivin . Sehr schade. Wirklich.

Auf dem Weg nach Santiago

Ich habe mich nicht durch die Kritiken des Films verwirren lassen, und schon gar nicht vom Titel, der für mich am Ende nicht stimmig war: Es ist kein Film über Pilger, kein Film über Mekka.
Ich habe gerne gelacht, weil die Charaktere des Films so menschlich waren, dass ich damit sehr oft wohl auch über mich selbst gelacht habe. Habe die magischen Bilder der Landschaft in mir atmen lassen und den Wirrköpfen beim Streiten zugesehen und mich noch mehr amüsiert.
Saint Jacques...La Mecque ein Film der nirgens so wirklich gross angepriesen wird und in kleinen Kinos läuft, der aber die Säle füllen wird, mit den Schauspielern und dem schrägen Humor der mitten ins Herz geht.


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Madame Lila - 30. Nov, 13:14
hab da noch ein passendes...
hab da noch ein passendes bild dazu gefunden... ;o) http://www.wildbits.de /wp-content/myfotos/artike lbilder2/ehe.png
heimlifeiss - 29. Nov, 14:37
genau, das ist das buch!...
genau, das ist das buch! - dann freue ich mich noch...
falki - 28. Nov, 19:04
Es ist anscheinend die...
Es ist anscheinend die Verfilung eines Buches von Jon...
acqua - 28. Nov, 13:09
genau meine währung...
genau meine währung film... danke für den...
falki - 28. Nov, 13:06
ich sollte wohl mal wieder...
ich sollte wohl mal wieder ins kino gehen - und die...
fata morgana - 28. Nov, 10:09
du kannst ja ins Welschland...
du kannst ja ins Welschland fahren, ist ja nicht weit...
theswiss - 28. Nov, 09:35
Zuerst der Film. Dann...
Zuerst der Film. Dann der Soundtrack. Maybe. (Wenn...
Madame Lila - 28. Nov, 07:16

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